Inklusive Sprache: Italienisch kann einbeziehen
Rom [ENA] Die Debatte über geschlechtergerechte Sprache betrifft nicht nur Stilfragen, sondern den respektvollen Umgang mit Menschen. Neue Leitlinien des CNR und italienischer Universitäten zeigen: Die italienische Sprache verfügt bereits über klare und wirksame Mittel, um Personen korrekt zu benennen und sprachliche Formen zu vermeiden, die Diskriminierung und Ungleichheit verstärken.
Heute über inklusive Sprache zu sprechen bedeutet, sich damit auseinanderzusetzen, wie Worte soziale Wirklichkeit mitgestalten. Die 2024 veröffentlichten Leitlinien des CNR erklären, dass Inklusivität kein dekorativer Zusatz ist, sondern eine Haltung, die Unterschiede anerkennt und Stereotype sowie Diskriminierungen abbaut. Auch die Universität Genua unterstreicht, dass Sprache niemals neutral ist: Sie kann Menschen sichtbar machen oder sie aus dem öffentlichen Diskurs verdrängen. Genau hier beginnt die Frage des sogenannten generischen Maskulinums, das in administrativen und institutionellen Texten noch immer sehr verbreitet ist.
Das Italienische verfügt nämlich über alles, was nötig ist, um Menschen respektvoll zu bezeichnen. Doch nicht immer wird die Sprache angemessen verwendet, und so tragen Wörter weiterhin dazu bei, Diskriminierungen und Ungleichheiten zu verstärken. Die Dokumente des CNR, des Bildungsministeriums und verschiedener Hochschulen erinnern daran, dass die Verwendung weiblicher Berufsbezeichnungen für Frauen die Sprache nicht verfälscht, sondern schlicht ihre grammatischen Regeln anwendet. Formen wie ministra, sindaca, rettrice, ingegnera oder avvocata sind keine ideologischen Konstruktionen, sondern bereits im italienischen Sprachsystem angelegte Möglichkeiten.
Gleichzeitig mahnen dieselben Leitlinien zu Ausgewogenheit. Inklusive Sprache bedeutet nicht, jeden Satz komplizierter zu machen, sondern je nach Kontext die klarste Lösung zu wählen: Doppelformen in kurzen Texten, Sammelbegriffe wie „das Personal“ oder „der Lehrkörper“, unpersönliche Formulierungen dort, wo Lesbarkeit und Verständlichkeit im Vordergrund stehen. Sowohl der CNR als auch die Universität Genua raten in institutionellen Texten von Zeichen wie Sternchen oder Schwa ab, weil sie die Lesbarkeit und Barrierefreiheit erschweren können. Entscheidend ist also nicht, der Sprache künstliche Regeln aufzuzwingen, sondern eine Sprache bewusster zu verwenden, die bereits in der Lage ist, einzubeziehen.




















































