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Mario Adorf zum Abschied

Verantwortlicher Autor: Friedrich S. Lenz Rheinland Pfalz, 10.04.2026, 16:15 Uhr
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Mario Adorf
Mario Adorf   Bild: Archivfoto © Lenz

Rheinland Pfalz [ENA] Mario Adorf, ein großartiger Mensch, Schauspieler und Buchautor hat die Weltenbühne verlassen, und die persönlichen und eindrucksvollen Begegnungen mit ihm bleiben in ewiger Erinnerung. Bei seinen Fans hat die Todesnachricht Trauer und Bestürzung ausgelöst.

Die beiden wichtigsten „Anker“ in Rheinland-Pfalz waren für Mario Adorf die Städte Mayen in der Vulkaneifel und Worms am Rhein. Mit seiner rheinland-pfälzischen Heimat war er seit seiner Kindheit verbunden. Bei seiner Mutter wuchs er in Mayen in der Eifel auf; ging hier zur Schule und machte im Jahre 1950 sein Abitur. Seinen Vater sah er nur einmal kurz in seinem Leben. Mit Worms verbinden ihn die Nibelungenfestspiele und er war Mitglied im Kuratorium der Festspiele.

Erste Schauspielerfahrung sammelte Mario Adorf an der Studentenbühne in der Landeshauptstadt Mainz. "Ich gehörte einer Generation an, die in ihrer Jugend durch die Einflüsse der Nazi-Ideologie einerseits und durch die wegen der Kriegsereignisse mangelhafte schulische Bildung andererseits, geschädigt war". Bei ihm habe nicht der Gedanke im Vordergrund gestanden, das Studium mit einer festen Absicht und Aussicht auf einen bestimmten Beruf anzustreben, "sondern das tief empfundene Bedürfnis, die schlimmsten Bildungs- und Wissenslücken erst einmal durch ein Studium Generale auszufüllen".

Er entschied sich für Psychologie-, Philosophie- und Literatur-Vorlesungen und für Theaterwissenschaften. Zudem gehörte er der Studenten-Boxstaffel an, die um die deutsche Universitätsmeisterschaft kämpfte. Als Mittel zum Zweck. "Wenn man sich nicht wehren konnte, wurde man brutal ausgeraubt, wenn man mal etwas erstanden oder gehamstert hatte. Man musste sich nolens volens verteidigen können, sonst war man schlecht dran", so Adorf in einem Interview.

Mario Adorf hat für sein Schaffen, es sind mehr als 200 Film- und Fernsehrollen, so ziemlich alle Preise erhalten, die es in der Branche gibt. Kaum ein deutscher Schauspieler kann auf ein solch großes Repertoire auf der Bühne, der Leinwand oder beim Fernsehen verweisen. Nationale und internationale Preise und Auszeichnungen begleiteten sein Lebenswerk. Auch der Bambi durfte hier nicht fehlen und so wurde ihm für sein Lebenswerk im Jahre 2016 das goldene Rehkitz in Berlin überreicht. Im gleichen Jahr erhielt er beim Internationalen Filmfestival von Locarno in der Schweiz den Ehren-Leopard. Den Preis für Schauspielkunst erhielt Mario Adorf im Jahr zuvor beim Festival des deutschen Films in der Rheinmetropole Ludwigshafen.

Von der Universität Mainz wurde Mario Adorf bereits im Jahre 2013 die Ehrendoktorwürde verliehen. In seiner Dankesrede sagte Adorf damals, dass er es als Verantwortung und Verpflichtung empfinde, "in der mir verbleibenden Zeit weiterhin dieser Universität, dieser Stadt und dem Land Rheinland-Pfalz, meiner lieben Heimat, verbunden zu bleiben". Seine Heimatstadt liegt rund 120 Kilometer nordwestlich von Mainz: "Man kann an vielen Orten zu Hause sein, aber man hat nur eine Heimat. Und Heimat, das ist dort, wo man aufgewachsen ist, wo man die ersten Kinderlieder gesungen hat, wo man die erste Liebe erlebt hat - und das ist für mich Mayen."

Die Rollen in den letzten Jahren waren noch einmal ein spätes Spiegelbild seiner Karriere und er ist bis ins hohe Alter seinen Themen treu geblieben. Seit Corona stand Adorf nicht mehr vor der Kamera. Bei seinem 95. Geburtstags im September 2025 gab er jedoch ein Interview, in dem er sagte, er habe nie den Ehrgeiz gehabt, hundert zu werden. "Mein Wunsch war es vielmehr, möglichst gesund zu bleiben und keinen leidvollen, schwierigen Lebensabend zu haben." Am 08. April ist Mario Adorf in seiner Wohnung in Paris nach kurzer Krankheit für immer eingeschlafen. Wir nehmen Abschied von einem liebevollen Menschen, einem phänomenalen Schauspieler und Buchautor: Dem Entschlafenen mit Hochachtung zu gedenken, sei uns Trost in allen Zeiten!

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